Nahrungsmittelsicherheit

Malz- und Malzextrakte, die vorwiegend aus der Umwandlung von Gerste entstehen, dienen als Zutaten für die Herstellung zahlreicher Nahrungsmittel, die von Menschen konsumiert werden.

Als Lieferant der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie engagiert sich Malteurop sehr stark in der Kette der Nahrungsmittelsicherheit, da seine Kunden Konsumgüter und weltweit vertriebene Marken herstellen.

Schließlich ist Food Safety ein wesentlicher Aspekt der Qualitätslenkung, der im Ablauf der gesamten Produktkette besonderer Überwachung bedarf, angefangen von der Rohstofferzeugung durch die Landwirte bis zur erneuten Umwandlung des Malzes und seiner Derivate durch die Nahrungsmittelindustrie.

Als Integrator der Wertschöpfungskette Gerste-Malz-Bier vertritt Malteurop eine systematische und organisatorische Vorgehensweise im Bereich der Food Safety, die bereits lange vor dem eigentlichen Vermälzungsprozess beginnt. Diese Organisation und diese  Prozesse bilden das Food SafetyManagementSystem des Unternehmens.

Nahrungsmittelsicherheit (Food Safety) vor dem Vermälzungsprozess

Zur Sicherstellung einer guten Rohstoffqualität wendet Malteurop vor und während des Gerstenanbaus eine strenge Qualitätspolitik mit verschiedenen Methoden auch im Hinblick auf Food Safety an.

  1. Verträge, die bereits lange vor der Aussaat mit den Landwirten geschlossen werden, legen fest, dass nur bevorzugte Gerstensorten angebaut werden dürfen und dass nur zertifiziertes Saatgut verwendet werden darf. Diese Verträge sehen außerdem vor, dass der Gerstenanbau entsprechend der besten Anbaupraktiken erfolgen muss und dass eine restriktive Liste von Pflanzenschutzmitteln beachtet und die Rückverfolgbarkeit anhand von Karteien gewährleistet sein muss.
  2. Das Malteurop Barley Barometer ist ein System für die weltweite Verfolgung der Pflanzenentwicklung während der Wachstumsperiode. Ab 6 Monaten vor der Ernte werden die klimatischen Bedingungen und die Pflanzengesundheit monatlich erfasst.
  3. Unmittelbar nach der Ernte und während der 2-3 darauf folgenden Monate ermöglicht das  Malteurop Crop Monitoring System eine Echtzeiterfassung der Qualität und Nahrungsmittelsicherheit und ihrer Entwicklung. Anhand von hunderten von Gerstenproben aus verschiedenen Lieferregionen überprüft Malteurop systematisch Mykotoxine, eventuelle Spuren oder Rückstände von Schwermetallen oder Pflanzenschutzmitteln. Je nach den Ergebnissen kann Malteurop die besten Anbaugebiete auswählen und damit die optimale Sicherheit seiner Gerstenlieferungen gewährleisten.

Beim Einkauf von Braugerste sieht das System der Vor-Authentifizierung von Malteurop einen weiteren Schritt der Probenentnahme und der Analyse vor, das für die Auftragsvergabe und für den Kauf der entsprechenden Mengen eingesetzt wird.

Food Safety während des Vermälzungsprozesses

Die Anlieferung der Gerste ist ein kritischer Punkt der Kontrollen im Zusammenhang mit Food Safety. Malteurop setzt in jeder Mälzerei eine klar definierte Vorgehensweise für die Kontrolle und den Empfang der Gerstenlieferungen ein. Direkt im Lkw werden aus der gesamten angelieferten Gerstenmenge Proben entnommen.

In der Mälzerei führen wir vor, während und nach dem Vermälzungsprozess, der etwa zehn Tage dauert, 13 Analysen zur Messung von etwa 70 Parametern der Geste und des Malzes durch und überwachen damit alle Entwicklungsschritte der Produktumwandlung – von der Weiche bis zur Keimung und Darre bis zur Lagerung und Auslieferung. Im Transportbereich liegt das Hauptaugenmerk auf der Sauberkeit der Ladeflächen sowie auf der Einhaltung der Vorschriften im Hinblick auf die Verträglichkeit vorheriger Lkw-Ladungen mit dem Transport von Gerste und Malz.

Nitrosodimethylamin (NDMA) stellt die größte Gefahr für die Malzindustrie dar. Es ist selbstverständlich ein kritischer Kontrollpunkt des HACCP-Verfahrens und diese Substanz wird besonders genau überwacht. Im Hinblick auf NDMA verfügt Malteurop über sein eigenes Präventionssystem, mit regelmäßigen Kontrollzyklen für die monatliche Analyse der Darre, einem Kontrollsystem für die Verbrennung und durch die Instandhaltung des Heizsystems. In der gesamten Unternehmensgruppe wird ausschließlich das indirekte Heizsystem der Darre verwendet.

Reinigungsprozess und Hygieneüberwachung in der Mälzerei

Die richtigen Herstellungsmethoden sind von wesentlicher Bedeutung für die Sauberkeit der Räume. Ziel ist die Ausschaltung mikrobiologischer Risiken, wie beispielsweise das Wachstum von Pilzen und Bakterien in den Feuchträumen der Mälzerei oder die Ausbreitung von Stäuben in den Trockenbereichen.

Ein kompletter Reinigungsprozess — sowohl automatisch als auch manuell — garantiert die Voraussetzungen für Hygiene und Nahrungsmittelsicherheit. Reinigung ist ein komplexer Vorgang: Ein effizientes Reinigungssystem setzt voraus, dass die richtige Ausrüstung vorhanden ist, dass Reinigungspläne erstellt wurden und aktiv umgesetzt werden und dass nach der Reinigung Hygienekontrollen durchgeführt werden.

Malteurop überwacht auch die „Reinigungsfähigkeit“ seiner Werksräume, die so geplant oder gebaut werden, dass sie die Voraussetzungen für eine leichte Reinigung erfüllen (ebene Flächen, Zugang,…).

Da die Reinigung eine tägliche Aufgabe, eine Frage der Einstellung und eine ständige Herausforderung ist, spielt der Mensch dabei eine zentrale Rolle. Für die richtige Reinigung benötigt man Verfahren, qualifiziertes und geschultes Personal, und ständige Verbesserung. Die Malt Academy von Malteurop entwickelte auch eine Spezialschulung über richtige Praktiken im Bereich der Hygiene und der Reinigung von Mälzereien.

Im Bereich der Referenzsysteme und Normen wenden die Malteurop-Werke das HACCP System an. Länderspezifisch erfolgen die Zertifizierungen im Rahmen der Qualitätssicherungsnorm DIN ISO 9001 oder der Norm 22000 und auf der Grundlage der Audits, die von unabhängigen Kontroll- und Zertifizierungsorganen (NSF Cook & Thurber, TÜV, Veritas, etc.) erstellt werden.